Wirtschaftswissenschaftliche Spieltheorie: Eine Schülerorientierte Einführung

Economical Game Theory: A Student-Oriented Introduction

  • Wirtschaftslehre
  • Berufliche Bildung, Sekundarstufe II
  • 2 Unterrichtsstunden
  • Video, Arbeitsblatt, Didaktik/Methodik, Ablaufplan
  • 12 Arbeitsmaterialien

Diese Unterrichtseinheit zum Thema Spieltheorie führt anhand eines Erklär-Videos in die Grundzüge der wirtschaftswissenschaftlichen Spieltheorie ein. Die Schülerinnen und Schüler werden dabei – methodisch variierend – mit zahlreichen Situationen konfrontiert, die sie aus ihrem Alltag kennen. Die Unterrichtsmaterialien können auf Deutsch und auf Englisch (für den englisch-bilingualen Unterricht) heruntergeladen werden.

BESCHREIBUNG DER UNTERRICHTSEINHEIT

Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten sich in mehreren Lernrunden die Grundgedanken der Spieltheorie, erklären das Gefangenen-Dilemma als Beispiel des Nash-Gleichgewichts, überlegen sich Gestaltungsmöglichkeiten für staatliche Auktionen und die Verbesserung des Anstellverhaltens von Bäckerei- und Apotheken-Kunden. Abschließend werden sie mit den spieltheoretischen Neuerungen zur Erklärung des Anbieterverhaltens im Angebotsoligopol konfrontiert.

Unterrichtsablauf

Inhalt
Sozial-/Aktionsform

Einstieg

Die Lernenden tauschen sich über die Einstiegsfolie aus und suchen die optimale Erfolgsstrategie für Schnick-Schnack-Schnuck. (Arbeitsblatt 1)

stummer Impuls, Plenum

5 Minuten

Erarbeitungsphase I

Auf der Basis des Erklär-Videos "Spieltheorie" und des nächsten Arbeitsblattes erklären die Lernenden das Gefangenen-Dilemma als Beispiel des Nash-Gleichgewichts und die Grundgedanken der Spieltheorie. (Arbeitsblatt 2)

Gruppenarbeit, Internet-recherche, Schülervortrag

25 Minuten

Erarbeitungsphase II und Vertiefung

Die Schülerinnen und Schüler erklären nun, ebenfalls auf der Basis des Erklär-Videos "Spieltheorie" sowie eines weiteren Arbeitsblattes, den Vorteil des holländischen gegenüber dem amerikanischen Versteigerungsverfahren. (Arbeitsblatt 3)

Gruppenarbeit

15 Minuten

Erarbeitungsphase III und Vertiefung

Die Schülerinnen und Schüler finden eine Lösung für die Bildung von Warteschlangen in Ladenlokalen und überlegen sich einen an ihrem Alltag orientierten Sketch für die Problemstellung. (Arbeitsblatt 4)

Gruppenarbeit, Sketch

25 Minuten

Erarbeitungsphase IV und Vertiefung

Die Lernenden erarbeiten sich mithilfe des Erklär-Videos die Theorie der Preisfindung im Angebotsoligopol und übertragen diese auf den Benzinmarkt in Deutschland. (Arbeitsblatt 5)

Einzelarbeit

15 Minuten

Ausblick

Der Ausblick greif den Einstieg auf: Die Lernenden informieren sich im Internet über Optimierungsstrategien zu Schnick-Schnack-Schnuck (Arbeitsblatt 6)

Einzelarbeit, Internetrecherche

5 Minuten

Didaktisch-methodischer Kommentar

Das Thema Spieltheorie im Unterricht

Die Spieltheorie ist aus der Wirtschaftswelt nicht mehr wegzudenken, so entscheidend hat sie moderne Vorstellungen von Strategie geprägt. Berater nutzen sie für Projekte, Manager und Politiker büffeln sie, um klüger zu entscheiden. Für spieltheoretische Arbeiten wurde bisher acht Mal der Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften (auch „Wirtschaftsnobelpreis“ genannt) vergeben, was die große Bedeutung der Spieltheorie für die moderne Wirtschaftstheorie verdeutlicht.
Auch wenn sie nach wie vor wegen vereinfachter und unrealistischer Modellannahmen stark in der Kritik steht, ist es doch höchste Zeit, die Spieltheorie im Wirtschaftslehreunterricht zumindest zu thematisieren. Hilfreich für ihr Verständnis ist die Rückbesinnung auf die Anfänge der Volkswirtschaftslehre und das Rationalverhalten eines Homo oeconomicus.

Vorkenntnisse

Die Unterrichtseinheit setzt keine speziellen Kenntnisse bei den Schülerinnen und Schülern voraus, da sie eine Einführung in die Spieltheorie darstellt. Ein wirtschaftliches Grundwissen ist jedoch hilfreich.

Didaktische Analyse

Die wirtschaftswissenschaftliche Spieltheorie ist als mathematische Problemlösung zu umfangreich und zu kompliziert für Schülerinnen und Schüler. Es ist daher sinnvoll, den Fokus auf ein grundlegendes Verständnis der Spieltheorie zu legen.
Um die Schülerinnen und Schüler in ihrem Erlebnisbereich abzuholen, ist es zwingend erforderlich, die strategischen Überlegungen der Spieltheorie anhand realer Lebenssituation darzustellen und erlebbar und konkret erfahrbar zu machen. Nur bei für sie nachvollziehbaren Konfliktsituationen werden sie bereit sein, sich mit denkbaren und wahrscheinlichen Strategien der Handelnden auseinanderzusetzen.

Methodische Analyse

Abstrakte Theorien werden für Schülerinnen und Schüler nur dann erfahrbar, wenn sie sie in realen oder zumindest simulierten Dilemmata-Situationen nachspielen, nachdenken und nachempfinden können. Es ist daher zwingend erforderlich, die Spieltheorie auf realitätsnahe Situationen herunterzubrechen und die Schülerinnen und Schüler mit Lernszenarien zu konfrontieren, bei denen sie als verantwortliche Akteure am Unterricht beteiligt sind.  

Unterrichtsmaterial

Unterrichtsmaterial zum Download

Dieses Arbeitsblatt dient der Hinführung zum Thema wirtschaftswissenschaftliche Spieltheorie. Als Beispiel dient das Spiel Schnick-Schnack-Schnuck.

Dieses Arbeitsblatt führt in die Spieltheorie ein und verlangt von den Lernenden in Verbindung mit dem Erklär-Video eine Darstellung des "Nash-Gleichgewichts".

Dieses Arbeitsblatt zur Spieltheorie in der Praxis thematisiert die Gestaltungsstrategien bei öffentlichen Versteigerungen.

Dieses Arbeitsblatt zur Spieltheorie in der Praxis verlangt von den Lernenden die Erstellung eines Konzepts für die Optimierung von Warteschlangen in Ladenlokalen.

Dieses Arbeitsblatt zur Spieltheorie in der Praxis konfrontiert die Lernenden mit der Oligopol-Theorie und der Kritik an der Spieltheorie.

Die Informationen für die Lehrkraft sowie alle Arbeitsblätter der Unterrichtseinheit "Wirtschaftswissenschaftliche Spieltheorie: eine schülerorientierte Einführung" können Sie hier in einem Gesamtdokument herunterladen.

Teaching Guides for Download

Dieses Arbeitsblatt dient der Hinführung zum Thema wirtschaftswissenschaftliche Spieltheorie. Als Beispiel dient das Spiel Schnick-Schnack-Schnuck. Hier können Sie das Arbeitsblatt auf Englisch herunterladen.

Dieses Arbeitsblatt führt in die Spieltheorie ein und verlangt von den Lernenden in Verbindung mit dem Erklär-Video eine Darstellung des "Nash-Gleichgewichts". Hier können Sie das Arbeitsblatt auf Englisch herunterladen.

Dieses Arbeitsblatt zur Spieltheorie in der Praxis thematisiert die Gestaltungsstrategien bei öffentlichen Versteigerungen. Hier können Sie das Arbeitsblatt auf Englisch herunterladen.

Dieses Arbeitsblatt zur Spieltheorie in der Praxis konfrontiert die Lernenden mit der Oligopol-Theorie und der Kritik an der Spieltheorie. Hier können Sie das Arbeitsblatt auf Englisch herunterladen.

Dieses Arbeitsblatt zur Spieltheorie in der Praxis konfrontiert die Lernenden mit der Oligopol-Theorie und der Kritik an der Spieltheorie. Hier können Sie das Arbeitsblatt auf Englisch herunterladen.

Dieses Arbeitsblatt greift den Einstieg in das Thema Spieltheorie vom Beginn der Stunde auf. Die Lernenden entwickeln eine Optimierungsstrategie zu Schnick-Schnack-Schnuck. Hier können Sie das Arbeitsblatt auf Englisch herunterladen.

Externe Links

Unter diesem Link finden Sie verständliche und alltagsnahe Informationen zur Spieltheorie.

Auf der Seite des Freiburg Law Students Journal finden Sie mehr Informationen zur Oligopol-Theorie und den Edgeworth-Zyklen von Jean Tirole.

Unter diesem Link finden Sie Tipps zur Verbesserung Ihrer Schnick-Schnack-Schnuck-Erfolge.

Vermittelte Kompetenzen

Fachkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • können die Grundzüge der wirtschaftswissenschaftlichen Spieltheorie darstellen.
  • stellen das Gefangenendilemma als Kernstück der Spieltheorie dar und erläutern es.
  • wenden die Strategie-Überlegungen der Spieltheorie auf eine Reihe von Alltagsproblemen an (Benzinmarkt, Gestaltung von Auktionen, Schlangenoptimierung in Ladenlokalen und das Schnick-Schnack-Schnuck-Spiel).


Medienkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • können den Informationsgehalt eines Erklär-Videos erfassen, strukturiert und aufgabengenbezogen wiedergeben und anwenden.
  • können Hintergrund-Informationen im Internet recherchieren.
  • können Video-Clips sequentiell abspielen.


Sozialkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • arbeiten konstruktiv in Teams zusammen.
  • setzen sich mit den Arbeitsergebnissen anderer Gruppen konstruktiv und respektvoll auseinander.
  • entwickeln Fachwissen und Werturteile, die sie auch gegenüber anderen vertreten können.